Aktuell

11. July 2019
19. Juli, 16–18 Uhr: Book Launch by Oliver Marchart: Conflictual Aesthetics. Artistic Activism and the Public Sphere / 19. Juli, 18–20 Uhr: Lecture Black performance by Michelle Mattiuzzi: Chapter 1: Studies on Colonial Violence



NORDBAU, Räume 0305-0307
Kunsthochschule Kassel, Menzelstr. 13–15, 34121 Kassel

Im Rahmen von „HOW? WOW! WOW.... Space for Sharing and Knowing differently“, eine Kooperation zwischen dem Bereich „Redaktionelles Gestalten“ (Visuelle Kommunikation) und dem transnationalen, transdisziplinären Forschungsseminar „Exhibition Studies“ der documenta Professur der Kunstwissenschaft, finden am 19. Juli 2019 zwei Veranstaltungen statt:

Conflictual Aesthetics. Artistic Activism and the Public Sphere
Buchpräsentation von Oliver Marchart
19. Juli, 16–18 Uhr

Eine neue politische Theorie der Kunst und der künstlerischen Praxis

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten über die politische Wirksamkeit von Kunst versammelt der Band Essays über Kunst als Konflikt, die die Annahme kritisieren, dass jede Kunst von Natur aus bereits politisch sei. Im Gegensatz zu jener politischen Kunst, die von FunktionärInnen der Kunstwelt verteidigt wird und die sich hinter einer „vereinfachenden Komplexität“ versteckt, plädiert Oliver Marchart für eine politische Theorie der Kunst und der künstlerischen Praxis. An der Schnittstelle von Kunsttheorie und radikaler Politik schlägt er eine Ästhetik der Agitation, der Propaganda und der Organisation vor, problematisiert Kunst in Bezug auf Aktivismus oder politische Propaganda und beschäftigt sich mit dem radikalen Potenzial von Tanz, Theater, künstlerischer Re- und Pre-enactments, öffentlicher Kunst, der Rolle der KuratorInnen und der Biennalen.

Oliver Marchart ist Politologe und Philosoph. Derzeit ist er Professor für Politische Theorie an der Universität Wien. Zu seinen Büchern gehören Post-foundational Political Thought: Politische Unterschiede in Nancy, Lefort, Badiou und Laclau(2007), Thinking Antagonism: Politische Ontologie nach Laclau(2018) und Post-Foundational Theories of Democracy: Rückforderung von Freiheit, Gleichheit, Solidarität(im Erscheinen).

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Chapter 1: Studies on Colonial Violence
Lecture Black performance von Michelle Mattiuzi
19. Juli, 18–20 Uhr

In ihrem Vortrag stellt Musa Mattiuzzi das erste Kapitel eines größeren im Prozess befindlichen Projekts vor, das darauf abzielt, die Ästhetik der Kolonie zu reflektieren. In „Chapter 1: Studies on Violence“ (Kapitel 1: Studien über Gewalt) schlägt die Künstlerin aus ihrer Performance-Erfahrung der letzten 12 Jahre eine antikoloniale Poetik und eine Untersuchungsübung der kolonialen Wunde vor. Sie untersucht die Gestaltungsmöglichkeiten für ein im Transit kolonisiertes brasilianisches Schwarz und skizziert die Möglichkeit, diese Studien im Rahmen der Kunst auf internationaler Ebene durchzuführen.

Musa M. Mattiuzzi ist Performerin, Autorin und Forscherin (Blackness Performance Studies). Sie hat einen Abschluss in Kommunikation in Arts of the Body der Pontifícia Universidade Católica de São Paulo. Ihre Arbeit untergräbt den exotischen Ort, der dem Körper der schwarzen Frau durch die weißen Cis-Bilder zugeschrieben wird, was ihn in eine Art Abweichung verwandelt, eine zwischen dem Wunderbaren und dem Abjekten gespaltene Einheit. Musa nahm an der 32. Biennale von São Paulo teil, am Political Imagination Workshop, wo sie den Text „merci beaucoup, blanco! – Performance-Fotografie-Experiment“ veröffentlichte. 2017 nahm sie am Capacete Residency Program (Athen) teil – documenta 14. Im selben Jahr zeigte sie ihre neue Arbeit „Whitenography and Performance on white paper“ in der Ausstellung „Implosion“ (Hubert Fichte) in Salvador und Rio de Janeiro, und ihr Film „Experiment mit dem Roten im Hochwasser“ wurde als besten Kurzfilm der X Janela Internacional de Recife ausgezeichnet. 2018 nahm sie im Projekt „Afroeffektive Affinitäten“ an der 33. Biennale von São Paulo teil. Sie lebt in Brasilien zwischen den Städten Salvador, São Paulo und Rio de Janeiro.