Vermittlung

vermittlung vermitteln #1

Nennen wir es Arbeit


Ein Gespräch über Arbeitsbedingungen auf der documenta 14 mit Mitgliedern der Gruppe doc14_workers und Dating the Chorus

„Warum müssen wir als Kunstvermittler_innen immer wieder um die gleichen Themen bei den Institutionen kämpfen?“ Diese Frage wurde im Rahmen eines Workshops zur Kunstvermittlung auf der documenta 14 gestellt – und dort sicher nicht zum ersten Mal. Wie aber ist es um die Bedingungen der Kunstvermittlung bestellt – etwa in Bezug auf institutionelle Machtverhältnisse oder die Bezahlung und Anerkennung der institutionellen Arbeit? Wie organisieren sich Kunstvermittler_innen und welches sind dabei ihre Themen?

vermittlung vermitteln ist eine Veranstaltungsreihe, die sich der Geschichte und Gegenwart der Kunstvermittlung widmet. Sie reflektiert und diskutiert Theorien, Strategien und Praktiken der Vermittlung. Die Reihe lädt dazu ein, die documenta auch als Auslöserin und Anstoß zu verstehen, die Formen der Verhandlung und Auseinandersetzung über Kunst, über die Welt und über Ausstellungen in Gang setzen kann. Die öffentliche Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der documenta Professur an der Kunsthochschule Kassel und Gila Kolb (agency art education).

studienraum ist ein Ort der öffentlichen Auseinandersetzung der documenta Professur in der Stadtmitte Kassels.

Bei der Veranstaltung wurden folgende Forderungen formuliert:

Forderungen – Nennen wir es Ausblick

  • Vermittlung von Anfang an als integraler Bestandteil der Ausstellung, Ausstellungskonzeption und -planung 
  • Bildung eines Beirats: ein*e Sprecher*in der Vermittler*innen on the ground (ehem. Worldly Companions bzw. Chorist*innen) als Mitglied in allen Gremien der documenta, die Entscheidungen bzgl. Arbeitssituation und -bedingungen treffen (durchaus auch für andere Arbeitsfelder der documenta erweiterbar zu denken: Aufbauteam, Aufsichtsteam ...) 
  • UNABHÄNGIGE Mediation, die Vermittler*innen in Anspruch nehmen können
  • Konkrete Ansprechpartner*innen, Organigramm 
  • Touren, Spaziergänge ... in voller Anerkennung als Kunstvermittlung (anstatt einer Serviceleistung auf Ebene des Merchandising) 
  • Bereitstellung von Unterkünften und Infrastruktur (Information, Kommunikation, Austausch, Vorbereitung, Mobilität, Rekreation ...) für Vermittler*innen 
  • Option, das Arbeitsverhältnis als Angestellte*r oder als freie*r Mitarbeiter*in wählen zu können 
  • Vergütung von Vorbereitungszeit 
  • Vergütung von Reisekosten 
  • Kein Outsourcing der Vermittlung, weil dadurch strukturelle Verwerfungen in der Kommunikation zur künstlerischen Ebene der Ausstellung geschaffen werden, Unklarheiten bei Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten zwangsläufig sind 
  • Im documenta archiv eine Abteilung „Archiv der Kunstvermittlung“ einrichten, organisieren, pflegen und sowohl für die Öffentlichkeit zugänglich machen als auch bei der Ausbildung der Kunstvermittler*innen der documenta aktiv mit einbinden, um die Weiterentwicklung der Kunstvermittlung auf Grundlage der jüngsten Erkenntnisse (und im historischen Vergleich) zu unterstützen 
  • Aufbau einer Interessenvertretung der Kunstvermittler*innen in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel: Festigung des Berufsbilds, Aushandeln von (Muster-)Honoraren und Verträgen, Arbeitsbeschreibungen, verlässliche Regelungen für Besteuerung und Verbesserung im Zusammenhang mit Sozialabgaben (Aufnahme des Berufsbildes in den Katalog der KSK-Berufe)